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BERICHT: 4.000 Grabsteine am SFH Palmanova mühsam gesäubert

Ein Artikel in unserer ÖSK-Zeitung hat 2024 Fähnriche des 2. Jahrgang der Theresianischen Militärakademie auf die Idee gebracht, bei uns nachzufragen, ob Bedarf an einem Kriegsgräberarbeitseinsatz im Ausland besteht. Freudig bewegt bot ich ihnen die Möglichkeit an, am k.u.k. Soldatenfriedhof Prosecco in der Nähe von Triest die stark bemoosten und verwitterten Grabkreuze zu reinigen. Tatsächlich gelang es Fähnrich David Hermann, 11 seiner Jahrgangskameraden zu einem dreitägigen Einsatz zu motivieren. Völlig offen war vorerst, wie das Kommando der Militärakademie zu diesem Projekt stehen wird (Dienstfreistellung, Fahrzeugabstellung etc). Dank der verständnisvollen Unterstützung durch den Jahrgangskommandanten Oberst Birsak kam schlussendlich das erhoffte OK. Wie dann im Mitteilungsheft 1/2025 berichtet, kam es Ende März 2025 zum ersten erfolgreichen Einsatz in Italien. Bei miserablem Wetter gelang es den höchstmotivierten Herren zu meiner großen Überraschung, alle Grabsteine perfekt zu reinigen! Bei der würdigen Abschlusszeremonie wurde von den Fähnrichen in Aussicht gestellt, auch für ein derartiges Projekt im nächsten Jahr die Werbetrommel zu rühren. Gesagt getan, bereits im November wurde mir von Fähnrich Hermann gemeldet, dass sich nicht nur von seinem Jahrgang wieder einige Kameraden für einen Einsatz im Frühjahr 2026 gemeldet haben, sondern auch mehrere Angehörige des 1. und 2. Jahrganges bereit sind, dabei mitzumachen. Für dieses neuerliche Projekt hatte ich den Soldatenfriedhof Palmanova mit seinen über 4.000 ziemlich bemoosten Grabsteinen ins Auge gefasst. Sehr erfreulich war, dass die vorgesetzten Kommandanten der 3 Jahrgänge alle sofort bereit waren, dieses vom 1.-3. Mai geplante Unternehmen zu unterstützen. Im Gegensatz zum Einsatz 2025, bei dem die österreichische Honorarkonsulin Dr. Strolego und auch die Gemeinde Prosecco bestmögliche Unterstützung geleistet hatten, klemmte es diesmal wegen einiger bürokratischer Problemen der Stadt Palmanova. Der Bürgermeister erklärte zwar von allem Anfang an, dass er diesen Arbeitseinsatz sehr begrüße und unterstütze, zuständige Herren in der Stadtverwaltung sahen allerdings in mehreren, vor allem Haftungsfragen etc. Probleme. Um dieses Unternehmen nicht scheitern zu lassen, unterschrieb ich schlussendlich ein dickes Konvolut, in dem unzählige Auflagen und Haftungen aufgelistet waren, mit gemischten Gefühlen.

Bei prächtigem Wetter wurden die 19 Fähnriche plus eine Dame am 1. Mai von Vizebürgermeister Mario Marangoni, einer Abordnung der Stadt und mir in würdiger Form begrüßt. Da einige wichtige zugesagte Gerätschaften nicht gestellt wurden, mussten noch schnell in einem gerade noch geöffneten Baumarkt in der Nähe diverse Utensilien – z.B. 100m Gartenschlauch – eingekauft werden. Dank des vorbildlichen und emsigen Einsatzes dieses Arbeitskommandos, unterstützt von der Freundin eines Fähnrichs, konnten die Reinigungsarbeiten an den 4.000 bemoosten, verwitterten Grabsteinen rechtzeitig am 3. Mai abgeschlossen werden. Um 14.00 Uhr marschierte der in A-Garnitur angetretene Halbzug unter dem Kommando von Fähnrich Hermann zur feierlichen Abschlusszeremonie in den Soldatenfriedhof ein. Es folgten Ansprachen der anwesenden Ehrengäste und eine feierliche Kranzniederlegung. Alle Redner, der Vizebürgermeister, der militärisch regional zuständige Kommandant Col. Massimiliano Fioretti, der Präsident der Amici della Croce nera Austriaca Franco Stacul, bedankten sich überschwänglich und sehr herzlich für den großartigen Einsatz. In meiner Rede wies ich darauf hin, dass gepflegte Soldatenfriedhöfe gerade in der heutigen, so kriegsgeladenen Zeit besonders wichtige Mahner für den Frieden sind! Die in der Blüte ihrer Jugend Gefallenen und fern der Heimat in fremder Erde Ruhenden haben ein Recht darauf, dass wir ihnen ein ehrendes Gedenken bewahren und ihre Gräber pflegen. Natürlich dankte ich den jungen Herren und der jungen Dame im Namen des ÖSK ganz besonders herzlich für ihre Bereitschaft, ihre spärliche Freizeit für diesen so ehrenvollen Kriegsgräberarbeitseinsatz zu opfern. Mit der Bitte, diesen Geist auch an die nachfolgenden Jahrgänge weiter zu geben und sich zukünftig als Zugs-/Kompanie-/Bataillonskommandanten für das ÖSK einzusetzen, verabschiedete ich diese so vorbildliche Herzeigetruppe.

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