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Melettagedenken 2023

Landesgeschäftsstelle Steiermark: Meletta-Gedenken 2023

Die Landesgeschäftsstelle Steiermark des ÖSK lud gemeinsam mit der Gemeinde Lang sowie der Österreichisch-Bosnisch-Herzegowinischen Gesellschaft für den 16.Juni zum Meletta-Gedenken auf den Soldatenfriedhof Lang, 30 Kilometer südlich von Graz, ein.

Beim Meletta-Gedenken wird alljährlich der im Juni 1916 in einem äußerst tapfer geführten Gefecht zur Einnahme des Monte Meletta-Fior gefallenen Soldaten des k.u.k. bosnisch-herzegowinischen Regiments Nr.2 gedacht, aber auch der verteidigenden italienischen Soldaten. Dieses meistausgezeichnete Regiment der gesamten österreichisch-ungarischen Armee lag ab 1892 in Graz in Garnison und verlegte ab 1915 ihr Ausbildungslager nach Lang-Lebring. Von der Front zurückgebrachte verwundete und schwerkranke Soldaten wurden im dortigen Lazarett gepflegt, über 1600 starben, davon mehr als 800 Bosniaken aller Religionen.

Der Vizebürgermeister von Lang, Martin GRÖßAUER eröffnete mit seiner Begrüßungsrede das Meletta-Gedenken 2023. Nach der langen Corona-Unterbrechung waren diesmal wieder Gäste aus Bosnien-Herzegowina angereist, von denen der Premier des Kantons Bihac, Mustafa Ruznić, Minister Esad Basagica und General i. R. Dr. Nedžad Ajnadžić namentlich begrüßt wurden. Militärattaché Oberst Edin Bajramović vertrat die Botschaft seines Landes.

Gedenkredner Oberst i. R. Wolfgang WILDBERGER ging anfangs nur kurz auf die Ereignisse ein, die später zum alljährlichen Gedenktag geführt hatten. Demnach war es am 7. Juni 1916 dem k.u.k. bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regiment Nr. 2 unter dem Kommando von Oberstleutnant Stefan Duić gelungen, den zäh von einer italienischen Übermacht verteidigten Monte Meletta-Fior auf der Hochebene der Sieben Gemeinden einzunehmen. Vier Offiziere, zwei Offiziersanwärter und 202 tapfer kämpfende Bosniaken aus dem Ergänzungsbezirk Banja Luka mussten dabei ihr Leben lassen. Wildberger betonte, dass dieser Erfolg damals nur durch das bedingungslose Zusammenwirken und Vertrauen aufeinander innerhalb der aus allen Entitäten bestehenden Soldaten möglich war – genau das wäre auch im heutigen Bosnien der richtige Weg!

Besonders erfreut zeigte er sich über die erstmalige Teilnahme der bosnisch-herzegowinischen Kadetten Mihaljo Miljević, Harun Draković und der Kadettinnen Emina Ibrić und Andjela Eraković, welche derzeit die komplette Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt absolvieren. Letztere legte auch am bosnischen Denkmal ein Blumengesteck nieder.

Vor der interreligiösen Andacht spielte die aus Bosnien stammende Grazer Querflötistin Edina Sadiković eine getragene Melodie. Nach den Worten der Besinnung durch den katholischen Militärkurat Johannes FREITAG und dem für Ostösterreich zuständigen Oberimam erfolgten die Kranzniederlegungen, zunächst am großen Kreuzdenkmal des Friedhofs, danach auch am Denkmal für die Bosniaken

Die Gedenkfeier endete mit der Steirischen Landeshymne.

Bilder:  Oberst i.R. Wolfagang WILDBERGER

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